Question: Was ist ein psychomotorischer Anfall?

Der ältere Begriff „psychomotorischer Anfall“ beschreibt die gleiche Anfallsform und weist treffend auf die Veränderungen von Psyche und Motorik während des Anfalls hin. Der Anfall wird oft durch ein Vorgefühl, die sogenannte Aura, eingeleitet.

Wie sehen psychogene Anfälle aus?

Ein psychogener Anfall hat eine verminderte Kontrolle über den Körper zur Folge und kann Symptome wie Schwäche, krampfartige Bewegungen der Arme, Beine und des Kopfes, Kontrollverlust über Blase und Darm oder Bewusstseinsverlust haben.

Wie zeigt sich ein epileptischer Anfall?

Die Anfälle treten meist beim Einschlafen oder Aufwachen auf. Juvenile myoklonische Epilepsie: Sie zeigt sich erstmals in der Pubertät. Zu den Anfällen mit Muskelzuckungen und mitunter ausfahrenden Arm- und Schulterbewegungen kommt es meist morgens nach dem Aufwachen. Manchmal knicken auch die Beine ein.

Was tun bei Dissoziativen Anfall?

Dissoziative Anfälle können mit anderen Krankheiten, wie Depres- sion, Angststörung oder posttraumatischer Belastungsstörung, ein- hergehen. Diese können mit Psychotherapie, Medikamenten oder der Kombination beider behandelt werden.

Kann ein Trauma Epilepsie auslösen?

Die häufigsten Risikofaktoren sind erbliche Vorbelastung, Hirnverletzungen, wie etwa durch Schädel- Hirn-Traumata, Infektionen des zentralen Nervensystems oder durch frühkindliche Verletzungen vor, bei oder während der Geburt, aber auch Schlaganfall oder Alkoholmissbrauch.

Was macht man bei einem epileptischen Anfall?

Auf keinen Fall sollte die oder der Betroffene während des Anfalls festgehalten oder zu Boden gedrückt werden. Dem Anfall sollte man soweit es geht seinen Lauf lassen. Atemwege freihalten: Sitzt die Kleidung am Hals eng, sollte man sie lockern. Es kann passieren, dass sich der Betroffene auf die Zunge beißt.

Was tun gegen dissoziative Anfälle?

Studien haben zeigen können, dass eine Psychotherapie dazu beitragen kann, dass Personen mit allen Arten von körperlichen Erkrankungen besser umgehen können. Da Stress wesentlich zu der Entstehung von dissoziativen Anfällen beiträgt, kann eine Psychotherapie besonders hilfreich sein.

Kann ein epileptischer Anfall Stunden dauern?

Ein epileptischer Anfall dauert in den meisten Fällen nicht länger als ein bis zwei Minuten und läuft in der Regel ähnlich ab. In seltenen Fällen kann ein Anfall auch länger andauern.

Wie lange Krankenhaus nach epileptischen Anfall?

Wiederholt auftretende Krampfanfälle stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko dar und sollten unbedingt medizinisch abgeklärt werden. Dauert ein epileptischer Anfall länger als fünf Minuten, muss er umgehend klinisch versorgt werden.

Beim Stichwort Benzo­diazepine denken die meisten Apotheker an das Abhängigkeits­potenzial dieser Wirkstoffe. Doch insgesamt sind sie relativ sichere Schlafmittel, die allerdings nur kurzfristig zur Rhythmisierung des Schlaf geeignet sind.

In vielen anderen Indikationen sind Benzodiazepine auch heute noch unverzichtbar. In den 1950er-Jahren wurde in den ­Laboren von Hoffmann-La Roche eine neue Substanzgruppe synthetisiert, die im Tiermodell durch sedierende, ­ muskelrelaxierende und antikonvulsive Eigenschaften auffiel.

Das erste Benzodiazepin bei dem diese pharmakologischen Wirkungen nachgewiesen wurden, war Chlordiazepoxid. In Deutschland kam Chlordiazepoxid 1960 als Librium® auf den Markt.

Sie wurden aufgrund der großen ­therapeutischen Breite und damit ­Sicherheit in der Anwendung häufig verordnet und lösten die Barbiturate ab. Etwa 10 bis 17 Prozent der Menschen in Deutschland nehmen im Lauf eines Jahres mindestens einmal ein Benzodiazepin-Präparat ein; 1 bis 2 Prozent der Erwachsenen nehmen mindestens ein Jahr lang täglich ein solches Mittel 1.

Im letzten Jahrzehnt gingen die Verordnungen jedoch deutlich zurück, da vermehrt Risiken bekannt wurden 2. Die 30-Tages-Prävalenz des Gebrauchs von Schlaf- und Beruhigungsmitteln liegt bei 4,5 Prozent der Männer sowie 9,5 Prozent der Frauen Alter 60 bis 64 Jahre 3.

Der Gesetzgeber hat die Benzo­diazepine aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials dem Betäubungs­mittelgesetz unterstellt; erst in der abgeteilten Form Tablette, Ampulle sind sie nicht BtM-pflichtig.

Der Gemein­same Bundesausschuss hat die Verordnungsfähigkeit zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ­zudem stark eingeschränkt. Eine Ver­ordnung ist nur zur Kurzzeittherapie möglich. Ein längerfristiger Einsatz ist nur in medizinisch begründeten Einzelfällen erstattungsfähig.

Daher ­werden Benzodiazepine häufig auf ­Privatrezept verordnet und entziehen sich somit den Statistiken. Benzodiazepine sind bizyklische Sub­stanzen mit einem Heterozyklus mit Stickstoffatomen an Position 1 und 4 Was ist ein psychomotorischer Anfall?

Phenylring an Position 5 und einem elektrophilen Substituenten, zum Beispiel Chlor, an Position 7. Eine Dysfunktion des Kanals spielt bei Erkrankungen wie Epilepsie, Angststörungen und Schlaflosigkeit eine Rolle. Dies führt zu einer Hyperpolarisation und somit zu einer erschwerten Exzitation des Neurons. Daraus resultiert eine große therapeutische Breite und Sicherheit selbst bei Überdosierung. Die Was ist ein psychomotorischer Anfall? Was ist ein psychomotorischer Anfall?

zudem ab von der Konzentration an Chloridionen in der Zelle, was Wirkunterschiede an unterschiedlichen Tagen bei dem gleichen Patienten erklären kann. Man kennt α1-6, b1-3, γ1-3 und ­d-Untereinheiten. Z-Substanzen haben keine antiepileptische Wirkung, verbessern aber den Schlaf.

Tierexperimentell konnte gezeigt werden, dass die Untereinheiten α2 und -3 anxiolytische Wirkung vermitteln. Sedierung und Amnesie werden durch α1, die muskelrelaxierende und anxiolytische Wirkung durch α2 und -3 vermittelt. Flumazenil, das bei Überdosierungen als Antidot eingesetzt werden kann, ist ebenfalls ein Benzodiazepin, jedoch mit partial-agonistischer Wirkung. Erst bei sehr hoher Dosis wirkt Flumazenil selbst agonistisch. Insbesondere bei älteren Menschen kann dies zur Akkumulation führen.

Diazepam sollte daher bei älteren Menschen nicht eingesetzt werden 4. Die geschwindigkeitsbestimmenden Schritte sind die N-Desalkylierung, die C3-Hydroxylierung oder die C3-­Glucuronidierung Tabelle 1. Endoskopien und postoperative Medikation - akute Angst- Erregungs- Spannungs- und Unruhezustände- Status epilepticus- Tetanus 2,5 — 10 oral, maximal 60, bei i.

Sie werden im Phase-2-Metabolismus als ­Konjugat, zum Beispiel als Glucuronid, renal ausgeschieden. Die Ausscheidung durch Hydroxylierung und Glucuronidierung hängt entscheidend von der Leberfunktion des Patienten ab.

Zudem unterscheiden sich Dauer und Ausmaß der Was ist ein psychomotorischer Anfall? im Organismus deutlich. So haben Diazepam und Nordiazepam ein großes Verteilungsvolumen, sodass Diazepam nach einmaliger Applikation trotz der langen Halbwertszeit nur eine kurze Wirkungsdauer hat.

Durch Rückdiffusion der Substanz aus dem zentralen Kompartiment Was ist ein psychomotorischer Anfall? die peripheren Gewebe werden wirksame Konzentrationen im Gehirn nur relativ kurze Zeit aufrechterhalten. Alprazolam, Clobazam, Lor­azepam und Oxazepam haben hingegen ein kleines Verteilungsvolumen. Seit fast 20 Jahren wird immer ­wieder ein Zusammenhang mit dem Auftreten einer Alzheimer-Demenz ­diskutiert 6, 7.

Bei einer regelmäßigen Einnahme über mehr als drei Monate ist das Risiko für eine Alzheimer-­Demenz bei Patienten über 65 Jahren um 50 Prozent erhöht. Eine Kohortenstudie zeigte zudem, dass die Wirk­stoffe Diazepam, Chlordiazepoxid, ­Lorazepam und Temazepam mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Pneu­monien und Pneumonie-assoziierter Mortalität einhergehen 8. Während Patienten mit Angststörungen für die anxiolytische Wirkung eher keine Toleranz entwickeln, ist dies jedoch für die muskelrelaxierende, sedierende und antikonvulsive Wirkung nachgewiesen.

Es besteht zudem eine Kreuztoleranz zu Alkohol. Das bedeutet: Bei regelmäßigem Alkoholkonsum sind meist höhere Benzodiazepin-­Dosierungen nötig, um einen pharmakologischen Effekt zu erzielen.

Das Absetzen ist mit einer starken ­Rebound-Symptomatik verbunden. Diese kann schon nach mehrwöchiger Einnahme durch Toleranzentwicklung entstehen. Es empfiehlt sich daher, Benzodiazepine maximal vier bis sechs Wochen einzusetzen.

Fragebögen helfen, abzuschätzen, ob der Patient bereits eine Toleranz entwickelt hat und ein Absetzen angezeigt ist zum Beispiel. Häufige unerwünschte Wirkungen sind Sedierung, Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit mit Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen.

Auch Muskelschwäche, Mattigkeit, Ataxie, Verwirrtheit, Depression und Schwindelgefühl treten häufig auf. Das Sturzrisiko ist deutlich erhöht.

Bei Patienten mit Delir können Benzo­diazepine das Delir noch verstärken und sollten daher nur unter sehr strenger Risiko-Nutzen-Abwägung eingesetzt werden. Es kann auch zu einer paradoxen Wirkung mit Agitiertheit, Euphorisierung, Erregungszuständen, Schlaflosigkeit und Aggressivität kommen.

Dies tritt vor allem bei älteren Menschen und hohen Dosierungen auf. Die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, sind unter Benzodiazepinen nicht gegeben. Die Patienten müssen bei der Abgabe unbedingt dazu aufgeklärt werden. Aufgrund des erhöhten Sturzrisikos, des verzögerten Reaktionsvermögens, kognitiven Funktionseinschränkungen und einer möglichen Depression sind insbesondere langwirksame Benzodi­azepine gemäß der Priscus-Liste bei ­ Senioren zu vermeiden 4.

Für einige mittellang- und kurzwirksame Sub­stanzen gelten Tageshöchstdosen: Lor­azepam 2 mg, Oxazepam 60 mg, Lormet­azepam 0,5 mg, Brotizolam 0,125 mg Tabelle 2. Dennoch wird das Risiko für Stürze nur minimal gesenkt 10. Dosis kann, wenn notwendig, wiederholt werden, eventuell als i. Maximale Tagesdosis Was ist ein psychomotorischer Anfall? 13 mg i. Ampullen: Was ist ein psychomotorischer Anfall?

Basissedierung vor und während operativer und diagnostischer Eingriffe- Behandlungseinleitung schwerer neurotischer Angstsymptomatik und ausgeprägter Phobien vorzugsweise i. Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sind zu beschränken. Bei gleichzeitiger Anwendung von ­Benzodiazepinen mit anderen zentraldämpfenden Arzneimitteln, zum Beispiel Hypnotika, Sedativa, Analgetika, Psychopharmaka, Lithium, Anästhetika und Antihypertonika, sowie mit Alkohol können sich die Wirkungen wechselseitig verstärken.

Diese Wechsel­wirkungen sind vor allem bei Therapiebeginn, hoher Startdosis oder schneller Dosiserhöhung relevant.

Auch aktive Metabolite können kumulieren. Der Einsatz von Inhibitoren und Induktoren sollte daher nur nach einer Interaktionsprüfung erfolgen.

Durch gleichzeitigen Alkoholkonsum stiegen die Clobazam-Spiegel um 50 Prozent an. Besondere Bedeutung haben Interaktionen mit Valproat, das Was ist ein psychomotorischer Anfall? mit Epilepsie oder psychiatrischen Krankheitsbildern, beispielsweise Manie, möglicherweise parallel zu Benzodiazepinen einnehmen.

Valproat kann die Wirkung von Oxazepam und Lor­azepam durch Inhibition der Glucu­ronidierung verstärken. Lorazepam hemmt jedoch auch den Abbau von Valproat; daher sind in dieser Kombination Plasmaspiegel-Messungen ratsam. Für Alprazolam und Lormetazepam wurde eine Interaktion mit Digoxin ­beobachtet: Die Plasmaspiegel von ­Digoxin können steigen. Eine Plasmaspiegel-Bestimmung ist daher beim An- und Absetzen dieser Benzodiazepine anzuraten. Zudem wurde eine verkürzte Wirkdauer von Prazepam bei Rauchern Induk­tionseffekte beobachtet.

Eine Einnahme oder intravenöse Gabe sollte insbesondere dann nicht erfolgen, wenn der Patient akut intoxikiert ist, zum Beispiel mit Alkohol, Drogen, Analgetika oder anderen Psychopharmaka. Hier drohen Atemdepression und Kreislaufstillstand! Vorsicht ist besonders bei der ­Kombination mit den atypischen Antipsychotika Clozapin peroral und Olanzapin intramuskulär geboten.

Hier wurden Todesfälle durch plötzlichen Kreislauf- oder Atemstillstand gemeldet 11. Es gilt daher eine absolute Clozapin und relative Kontraindikation Olanzapin intramuskulär. Ausnahme: Katatone Schizophrenie, malignes neuroleptisches Syndrom oder extreme Agitiertheit lassen den Einsatz vertretbar erscheinen 12, 13.

Aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung dürfen Benzodiazepine nicht bei Patienten mit Myasthenia gravis verordnet werden. Bei Schwangeren sollten Benzo­diaze­pine nur im Notfall dauerhaft eingesetzt werden, da sie die Plazenta­schranke überwinden und beim neu­geborenen Kind zum »Floppy Infant Syndrom« führen können.

Dieses geht mit Muskelschwäche und Sedierung einher. Auch beim Stillen ist die Einnahme ungünstig, da Benzodiazepine in die Muttermilch übergehen. Die Patienten fühlen sich morgens »wie gerädert«. Dies kann einen Teufelskreis anstoßen, wenn die Patienten in der darauffolgenden Nacht wieder zur Medikation greifen. Bei längerer Einnahme kann es durch den Rebound sogar zu absoluter Schlaflosigkeit kommen.

Die ­Dosis sollte daher langsam reduziert und der ­Patient immer wieder motiviert werden, die Entwöhnung durchzuhalten. Die Verordnung von Benzodiazepinen sollte vier Wochen nicht überschreiten, um Abhängigkeiten zu vermeiden.

Das Gleiche gilt für Z-Substanzen, da auch diese eine Abhängigkeit auslösen können. Deren Vorteil liegt lediglich in einer kürzeren Halbwertszeit und damit weniger Überhang am nächsten Morgen. Das Sturzrisiko ist ebenfalls erhöht 4. Die Priscus-Liste gibt daher Höchstdosierungen für Patienten über 65 Jahre an: Zolpidem 5 mg, Zopiclon 3,75 mg, Zaleplon 5 mg 4. Auch bei den Z-Substanzen kann es zu paradoxen ­Reaktionen kommen und die Kognition wird eingeschränkt.

Eine Alternative bieten insbesondere Antidepressiva mit schlaffördernder Wirkung, bei denen keine Abhängigkeit auftritt, zum Beispiel Mirtazapin, Agomelatin, Trazodon und Trizyklika, sowie bei älteren Patienten die Antipsychotika Pipamperon und Melperon. Zuge­lassen zur Behandlung der isolierten Insomnie sind aber nur Doxepin, Melperon und Pipamperon. Bei psychiatrischen Grunderkrankungen können die Antidepressiva Trazodon, Agomelatin, Amitriptylin und Mirtazapin sowie die Antipsychotika Quetiapin, Olanzapin, Prothipendyl, Chlorprothixen und Levomepromazin Was ist ein psychomotorischer Anfall?

verordnet werden. Von Antihistaminika und Phytopharmaka rät die S3-Leitlinie zu Schlafstörungen bei Was ist ein psychomotorischer Anfall? aufgrund von unzureichender Daten­lage ab 14. So essenziell Benzodiazepine im Status epilepticus sind, so ungeeignet sind sie als Dauermedikation, da eine schnelle Was ist ein psychomotorischer Anfall?

mit Absinken der Krampfschwelle eintritt. Die S1-Leit­linie Epilepsie Stand 2017 der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfiehlt, ausschließlich Antiepileptika als Dauermedikation einzusetzen, zum Beispiel Levetiracetam, Gabapentin und Valproat 15.

Beim Status epilepticus empfiehlt die Leitlinie »Status epilepticus im ­Erwachsenenalter« Stand 2012 den Einsatz von Benzodiazepinen als erste Wahl 16. Die Gabe sollte nur erfolgen, wenn der Anfall länger als zwei Minuten anhält oder ein hohes Risiko für eine Anfallsserie besteht. Hier sind vor allem parenterale Darreichungsformen gefragt: Lorazepam, Clonazepam, Diazepam und Midazolam intravenös und intramuskulär sowie Diazepam-Rektiolen. Die Buccal­tabletten sind nur für Kinder und ­Jugendliche bis 18 Jahren zugelassen.

Midazolam wird rasch über die Rachenschleimhaut resorbiert — auch bei Applikation als Nasenspray. Eine längerfristige Gabe bei Angsterkrankungen wie der generalisierten Angststörung, Agoraphobie oder Panikstörung ist hingegen kontraproduktiv. Die Patienten entwickeln schnell eine psychische Abhängigkeit »Handtaschen-Tavor«sodass sie nicht mehr aktiv werden können, ohne das Medikament mitzuführen. Die S3-Leitlinie Angststörungen Stand 2014 empfiehlt den Einsatz von Benzodiazepinen nur im absoluten Ausnahmefall 18.

Bei akuten Erregungszuständen, zum Beispiel nach Was ist ein psychomotorischer Anfall? belastenden ­Ereignissen wie einem Unfall oder Tod eines Angehörigen, können Benzodi­azepine wegen ihres schnellen Wirkeintritts anders als bei Antidepressiva mit einer Latenzzeit von bis zu 14 Tagen hilfreich sein. Sowohl orale wie auch parenterale Verabreichungen sind möglich. Bei älteren Menschen steigt aber — ähnlich wie bei anticholinerg wirksamen Substanzen — das Delir-Risiko paradoxe Wirkung.

In der Akutpsychiatrie ist zu beachten, dass der Patient vorab keine Drogen, Alkohol oder Psychopharmaka ein­genommen haben darf, da Fälle von Atem- und Kreislaufdepression beschrieben sind. Eine Alternative bieten dann die atypischen Antipsychotika. Bei akuten psychotischen Erregungszuständen liegen vor allem für die Monotherapie mit Benzodiazepinen keine Wirksamkeitsbelege vor 19. Vorsicht bei Suizidalität: Die anxiolytische Wirkung kann das Risiko für einen Suizid erhöhen 20.

Mittel der Wahl sind neben der Elektrokrampftherapie insbesondere Benzodiazepine 22. Als besonders gut wirksam in dieser Indikation haben sich Lorazepam und Diazepam erwiesen.

Benzodiazepine: Vom Wundermittel zur Risikomedikation

Bei Stupor Starrezustand bei vollem Bewusstsein und Mutismus Stummheit, psychogen bedingt oder starker psychomotorischer Hemmung kata­toniformen Zuständen ist Lorazepam zunächst Was ist ein psychomotorischer Anfall? einmaliger Dosis von 2 bis 2,5 mg indiziert auch als langsame ­intravenöse Gabe möglich.

Lorazepam ist zur Sedierung vor und nach Operationen zugelassen. Midazolam wird wegen der guten Steuerbarkeit kurze Halbwertszeit häufig auf der ­Intensivstation zur Analgosedierung und Sedierung verwendet.

Zusätzlich kommt es zur Anästhesie-­Einleitung, als Prämedikation zur Narkose und als ­sedierende Substanz bei der Kombina­tionsnarkose zum Einsatz. Diazepam ist zugelassen als Prä­medikation bei operativen oder diagnostischen Eingriffen. Insbesondere bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte ist beim Alkohol­entzug der Einsatz von Benzodiazepinen indiziert. Diese schwächen nicht nur die Entzugssymptomatik ab, sondern verhindern auch, dass Krampfanfälle oder Delirien als Komplikation auf­treten.

Die Arzneistoffe werden sofort nach Aufnahme verabreicht und langsam über wenige Wochen abdosiert. Bei Entzug ohne vorherigen Krampfanfall kann man mit dem Alkohol­entzugs-Symptom-Bogen arbeiten und nur bedarfsweise ein Benzodiazepin verabreichen.

Dabei werden die Was ist ein psychomotorischer Anfall? Blutdruck, Ruhepuls, Tremor, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Ängstlichkeit, Nervosität, psychomotorische Unruhe, Orientierung, Trugwahrnehmungen und Halluzinationen sowie Krampfanfälle erfasst. Mithilfe eines Scores wird dann ermittelt, ob ein Benzodiazepin verabreicht werden muss.

Die Messung erfolgt nach Aufnahme zunächst jede Stunde, das Kon­trollintervall kann im Verlauf verlängert werden. Alle Benzodiazepine haben eine muskelrelaxierende Wirkung und erhöhen so das Sturzrisiko, insbesondere bei ­älteren Menschen 4. In der Indikation »Muskelrelaxation« steht seit 2013 ­jedoch kein Benzodiazepin mehr zur Verfügung.

Eine Option Was ist ein psychomotorischer Anfall? Methocarbamol LumbalgieBaclofen Spastik und ­Tolperison Spastik. Die S3-Leitlinie »Kreuzschmerz« Stand 2017 rät von zentralen Muskelrelaxanzien jedoch gänzlich ab 23. Diazepam ist als einziges Benzodi­azepin zugelassen zur Behandlung von Spasmen bei Tetanus.

Nachtangst Pavor nocturnus ist an den Tiefschlaf gebunden und geht mit einer vegetativen und emotionalen ­Erregung und vorübergehenden Des­orientierung einher. Pavor nocturnus findet sich meist bei Kindern und Jugendlichen.

Bei ausgeprägtem Krankheitsbild kann off-label Clonazepam Rivotril® 0,5 bis 2 mgAlprazolam, ­Diazepam oder Imipramin gegeben werden. Apotheker sollten bei Rezepteinlösung auf behutsame Art und Weise versuchen, den Patienten die Probleme einer Dauereinnahme zu vermitteln.

Was ist ein psychomotorischer Anfall?

Was ist ein psychomotorischer Anfall? haben dieses Problembewusstsein oft nicht, da die Einnahme »ärztlich legitimiert« ist und sie das Medikament in der Apotheke bekommen.

Zudem sind die Dosierungen meist konstant. Tagesdosen, die eine Äquivalenzdosis von 20 mg Diazepam nicht überschreiten, liegen im therapeutischen Bereich Low-Dose-Dependency.

Im Gespräch sollte das Apothekenteam auf die Begriffe »Sucht« und »Abhängigkeit« möglichst verzichten und den Patienten umfassend informieren. Dazu gehört, auf die Nebenwirkungen langfristiger Einnahme hinzuweisen, zum Beispiel Leistungseinbußen bis zu einem erhöhten Risiko für Demenzen. Nach chronischer Einnahme hoher Dosen können weitere Symptome auf­treten wie dysphorische Verstimmung, Vergesslichkeit, Leistungsminderung, eingeschränkte Kritikfähigkeit und Gleichgültigkeit, extreme muskuläre Schwäche mit Reflexverlust, Appetitstörungen, Abnahme der Libido und Menstruationsstörungen.

Erläutert man diese Effekte der langfristigen ­Einnahme, sind viele Patienten bereit, einen Absetzversuch zu unternehmen. Beim Absetzen unterscheidet man Rebound- und Entzugssymptome. Rebound-Symptome sind eine Gegenregulation mit akutem und verstärktem Auftreten der ursprünglichen Krankheitssymptomatik Unruhe, Angst, Schlafstörungen. Sie halten wenige Tage an. Entzugssymptome waren dagegen vor der ersten Benzodiazepin-Verordnung nicht vorhanden.

Auch das Risiko für Krampfanfälle ist in diesem Zeitraum erhöht Tabelle 3. Entzugssymptome Beispiele leicht - vermehrte Angst, innere Unruhe, Schreckhaftigkeit, erhöhte Irritabilität - Schlaflosigkeit-erhöhte Herzfrequenz, Blutdrucksteigerung-Übelkeit und Erbrechen, Schwitzen, Tremor-Kopfschmerzen, Muskelverspannungen schwer - Verwirrtheit, psychotische Zustände, Delirien-Depersonalisation, Derealisation-ängstlich-depressive Syndrome-Krampfanfälle, Katatonie, Muskelzittern und -zuckungen-Oszillopsien, Dysmorphopsien Was ist ein psychomotorischer Anfall?

Körperwahrnehmung -Photophobie, Hyperakusis-Hypersomnie-Dysästhesien, kinästhetische Störungen Durch Toleranzentwicklung kann es auch bei fortgeführter Einnahme zu Entzugserscheinungen kommen. Wichtig ist das stufenweise Ausschleichen. Die ersten 50 Prozent des Benzodiazepins können rasch reduziert werden, für die weiteren 50 Prozent sind manchmal mehrere Monate erforderlich.

Die letzten 25 Prozent sollten sehr langsam abgesetzt werden. Jeder Reduktionsschritt sollte mindestens eine Woche dauern. Für den Erfolg des Entzugs ist insbesondere eine erfolgreiche Therapie der Grunderkrankung wichtig.

Bei Beachtung dieser Grundsätze sind Benzodiazepine sicher in der Anwendung. In vielen Indikationen sind sie heute noch unverzichtbar. Bei Patienten mit Dauerkonsum sollte ein Absetzversuch unternommen werden. Dabei kann der Apotheker neben dem Arzt für eine Abhängigkeit sensibilisieren und den Patienten motivieren, das Absetzen durchzuhalten.

Eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen oder anderen Substanzen in der Vor­geschichte ist eine wichtige Kontraindikation, da die Patienten zu einer schnelleren Abhängigkeit von Benzodiazepinen neigen und eine rasche Toleranz­entwicklung eintritt.

Martina Hahn studierte Pharmazie in Marburg und erhielt 2007 den Doctor of Pharmacy. Seit 2011 arbeitet sie als klinische Pharmazeutin in der Vitos Klinik Eichberg. Dort entwickelte sie zusammen mit Professor Was ist ein psychomotorischer Anfall?. Roll das Eichberger Modell und berät Ärzte und Patienten zu Arzneimittel­neben- und -wechselwirkungen.

Neben Lehraufträgen an der Philipps-Universität Marburg und der Goethe-Universität Frankfurt für klinische Pharmazie hat Professor Hahn seit 2012 auch einen Lehrauftrag an der University of Florida und ist dort als Clinical Assistant Professor im ­Department of Pharmacology and Translational Was ist ein psychomotorischer Anfall?

tätig. Seit 2013 ist sie Fachapothekerin für klinische Pharmazie. Roll ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit Zusatzbezeichnung Suchtmedizin.

Was ist ein psychomotorischer Anfall?

Berufsbegleitend hat sie ein Studium der Krankenhausbetriebswirtschaft absolviert. Sie ist Balint-Gruppenleiterin der Deutschen Balintgesellschaft sowie Dozentin und Super­visorin an mehreren Ausbildungsinstituten, Hochschulen und Universitäten. Aufgrund ihres wissenschaftlichen und klinischen Engagements bei der Implementierung klinischer Pharmazie in psychiatrische Behandlungs­konzepte wurde sie zur Profes­sorin am College of Pharmacy der Universität Florida ernannt.

Professor Roll ist Herausgeberin und Auto­rin eines Standardlehrbuchs für Psychiatriepflege sowie Autorin und Co-Autorin weiterer Fachbücher und Fachartikel. Sie ist Klinikdirektorin der Vitos Klinik Eichberg und Ärztliche Direkto­rin des ­Vitos Klinikums Rheingau.

Tell us about you

Find us at the office

Hallaran- Gromley street no. 38, 38408 Dodoma, Tanzania

Give us a ring

Chelci Patoka
+98 278 710 671
Mon - Fri, 9:00-20:00

Reach out