Question: Wann war die Hochzeit der Wikinger?

Die Wikingerzeit liegt im Mittelalter,(750 - 1450) mittendrinn. Zeitggeschichtlich also keine eigene Zeitepoche. Man bezeichnet die kulturelle Hochzeit der Wikinger als Wikingerzeit, ca. 800 bis 1000.Die Wikingerzeit

Wann war die Zeit der Wikinger?

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist schwer zu bestimmen, nur wenige wurden aber älter als 60. Die meisten Männer erlebten den 45. Geburtstag nicht; viele Frauen starben bereits im Alter von 25 bis 30 Jahren, oftmals an Komplikationen infolge wiederholter Schwangerschaften und Geburten.

Wann waren die Raubzüge der Wikinger?

Die Raubzüge in das Rheinland 862 und 864 862 ruderten Wikinger zum ersten Mal in kriegerischer Absicht den Rhein herauf und plünderten Köln. 863 eroberten die Nordmänner Utrecht und Nimwegen und errichteten in beiden Städten feste Winterlager, Dorestad wurde bei dem Feldzug restlos zerstört.

Wann gab es die ersten Wikinger?

Juni 793 Juni 793 beginnt das Zeitalter der Wikinger. Mit Entsetzen sehen die Mönche des englischen Klosters St. Cuthbert, wie langgestreckte Boote mit Drachen- und Schlangenköpfen am Bug auf ihre Insel Lindisfarne zuhalten.

Wie lange dauerte ein Raubzug der Wikinger?

Der Wikingerraubzug von 859 bis 862 blieb – sollte er in dieser Form stattgefunden haben – für über 100 Jahre der einzige Angriff der Nordmänner auf Spanien. Erst in den 960ern gab es erneute Raubzüge nach Santiago de Compostela und zum Umayyaden-Kalifat. Die Wikinger beschränkten sich Ende des 9.

Wo gab es die ersten Wikinger?

Die Wikinger waren in Skandinavien beheimatet, sie stammten aus Norwegen, Dänemark und Schweden und fanden sich zu losen Gefolgschaften zusammen, um in Mittel- und Südeuropa Beute zu machen, Siedlungsräume zu finden und schnell reich zu werden.

Haben die Wikinger Rom erobert?

Nachdem der vermeintliche Leichnam Hásteins in die Kirche eskortiert worden war, sprang dieser auf und erschlug zusammen mit seinen Gefolgsleuten die anwesenden Geistlichen. Am Ende mussten die Wikinger jedoch feststellen, dass sie nicht Rom, sondern die Stadt Luna unter Kontrolle gebracht hatten.

Haben die Wikinger Deutschland erobert?

Die Wikinger erobern Norddeutschland. ... Auch im Norden Deutschlands hinterließen sie ihre Spuren. Die Wikinger waren gefürchtete Krieger. Oft überfielen sie Handelsorte, raubten wertvolle Güter und verschwanden wieder.

Wie nannten sich die Wikinger selbst?

Wikinger haben auch zahlreiche andere Namen. Die Normandie, eine französische Region, leitet sich von den Nordmännern ab – genauso wie die Bezeichnung Normannen. Finnen und Slawen nannten die schwedischen Wikinger dagegen Waräger oder Rus, woraus das Wort Russland entstand.

Wer sind die Nachkommen der Wikinger?

Eine andere Siedlung, nur drei Kilometer entfernt, übernahm Haithabus Erbe: Schleswig. Die Wikinger verschwanden als Volk der Geschichte. Aber sie leben in ihren Nachfahren weiter: in Island und Grönland, auf den Shetland-Inseln, in Russland, Skandinavien und auch in Schleswig-Holstein.

Wappen des Ehepaares Hedwig Jagiellonica und Georg dem Reichen von Bayern-Landshut in der Burg zu. November 1475 in Landshut ist eines der großen politischen Ereignisse des ausgehenden Mittelalters. Dank dem seit 1903 aufgeführten historischen Festspiel hat die Landshuter Hochzeit einen sicheren Platz im Geschichtsbewusstsein.

Insgesamt präsentierte sich während der achttägigen Feierlichkeiten das Reich in seinen Verfassungsstrukturen und in seinen Machtgefügen. Stifterbild aus der Handschrift des Hans Seibolt von 1482, einer der wichtigsten Quellen zur Landshuter Hochzeit.

Zu sehen sind die Wappen der Jud Draufsicht Wann war die Hochzeit der Wikinger? und der Radlkofer. Die Quellenlage zur Landshuter Hochzeit ist insgesamt durchaus breit und vielfältig. Der bedeutendste Text wurde von dem aus Lkr. Donau stammenden verfasst Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 331ehemals Klosterschreiber bei den Landshuter Zisterzienserinnen.

Bedeutsam ist ferner der Augenzeugenbericht des im Dienst des Markgrafen und Kurfürsten reg. Beiden an die Seite zu stellen ist der vor wenigen Jahren entdeckte Bericht des Katzenelnbogener Schreibers 1444—ca. An weiteren bedeutsamen Quellen sind anzuführen die deutsch-lateinischen Aufzeichnungen des Geistlichen ca.

Unter den kürzeren Aufzeichnungen sind die Ausführungen des Geschichtsschreibers 1415—1480; bezüglich der Landshuter Hochzeit in fünf jüngeren Handschriften überliefert erwähnenswert, der die Landshuter Hochzeit aus polnischer Perspektive betrachtet, sowie die kritischen Bemerkungen des pfälzischen Historiographen ca.

Stifterrelief aus Lindenholz an der Westempore in der Äußeren Burgkapellle, der sog. Hedwigskapelle, in der Burg zu Burghausen: Christus als Schmerzensmann mit Herzog Georg dem Reichen reg.

Goldfiligranarbeit mit Edelsteinen und Süßwasserperlen; Oberhausmuseum Passau, Inv. Meist beschränkten sich diese auf das Reichsgebiet. Jahrhundert ist bei auswärtigen Eheverbindungen eher eine Orientierung nach Süden Wann war die Hochzeit der Wikinger? Westen festzustellen, nicht nach Osten. In dieser Hinsicht kann der Landshuter Eheschließung nur die Hochzeit reg.

So heirateten zwei jüngere Schwestern 1457-1502 nach Brandenburg und Sachsen. Die zur Zeit der Hochzeit splanungen unter massivem Druck vor allem des ungarischen Königs reg. Zudem waren die Wittelsbacher ein wichtiger Brückenkopf in den Westen. Gleichzeitig konnten sie auf einen gesteigerten Einfluss im benachbarten Böhmen hoffen, ohne fürchten zu müssen, beim Ungarnkönig in Ungnade zu fallen, mit dem sie 1469 einen weitreichenden Vertrag geschlossen hatten. Zuletzt hatte die dynastische Eheschließung die Strahlkraft eines politischen Signals: Herzog Ludwig der Reiche konnte eindrücklich seinen Rang auf Reichsebene vor den anwesenden Kurfürsten und Fürsten Wann war die Hochzeit der Wikinger?

einer breiten Öffentlichkeit deutlich machen. September 1474 hatten sich der Regensburger Bischof sowie der Landshuter Hofmeister gest. Zu Jahresende wurde der Ehevertrag besiegelt.

Wann war die Hochzeit der Wikinger?

Eine bayerische Delegation holte den Brautzug in Wittenberg Sachsen-Anhalt zu Oktobermitte des Folgejahres ab. Da eine Seuche - die Quellen verwenden das nicht eindeutige Wort - herrschte, wurde auf polnisches Drängen ein Umweg eingeschlagen, weshalb die Hochzeitsfeierlichkeiten verspätet begannen. November 1475 wurde Hedwig Wann war die Hochzeit der Wikinger?

Lkr. Landshut empfangen und nach Wann war die Hochzeit der Wikinger? geführt. Am gleichen und am Folgetag fanden die für das zeitgenössische Verständnis entscheidenden, da das Geschehen in einen Heilsrahmen einordnenden Gottesdienste in der Pfarrkirche statt. Altstadt 300 so die heutige Adresse war die Wohnung der Braut, Altstadt 315 Rathaus war die des Bräutigams, wo sich auch der Tanzsaal befand.

Vor dem Rathaus wurde auf der Stechbahn geritten. G0040 Die Landshuter Hochzeit inszenierte die fürstliche Exklusivität, garantiert durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Auf den mitten in der Stadt eigens aufgesandeten Turnierplätzen manifestierten sich die Ideale der ritterlichen Adelskultur. Beim Einzug und bei den Feierlichkeiten präsentierten und legitimierten Gefolge, Geschenke und Kleidung den jeweiligen Fürsten.

Herzog Ludwig konnte dabei auf vielfache Weise seinen Anspruch zur Schau stellen — durch die Prachtentfaltung, die von den Zeitgenossen wahrgenommene logistische Großleistung, aber auch durch die polizeilichen Maßnahmen. Reden und performative Akte zeigten Wertesysteme und Rangverhältnisse auf.

Die Fürstenküche befand sich in der Seckengasse. Eine Fülle vorbereitender Maßnahmen von Landshuter Seite zeigt das Wechselverhältnis von herrschaftlicher Durchdringung des Landes Landesordnung vom 6. November 1474 und Organisation des Festes. Die hatten wesentlich für den gewaltigen Bedarf an Lebensmitteln aufzukommen, wobei die Unterbehörden Landrichter und Pflegämter eine wichtige logistische Scharnierfunktion erfüllten. Die Hochzeitsvorbereitungen mag Herzog Ludwig auch für eine territoriale Inventarisierung der landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit genutzt haben.

Obwohl nur wenige Quellen auf die Rolle der Landstände eingehen — erwähnt wird beispielsweise die Abordnung von Köchen aus den Klöstern des Teilherzogtums —, so waren diese die ersten Adressaten der herzoglichen Macht- und Prachtinszenierung. Nicht umsonst sollte den auf Kosten des Landesherrn verköstigten Untertanen die Teilnahme an den Feierlichkeiten ermöglicht werden.

Der Herzog und seine Familie präsentierten sich umgeben von den bedeutendsten Fürsten des Reichs und deren adligem Gefolge. Das Reich — personifiziert im Kaiser und den Fürsten — war für wenige Tage zu Gast in Landshut. Hinzu kam eine beachtliche Zahl von Grafen, die nebst Gemahlinnen mit großem Gefolge nach Landshut kamen; durch Gesandtschaften waren außerdem der König von Böhmen, Pfalzgraf reg. Der Hof wuchs gleichsam in die Straßen der Stadt hinein, da er das fürstliche Rang- und Rollenspiel auch in die Breite der Öffentlichkeit trug.

Die Darstellung der Zugehörigkeit wurde durch eine vom Herzog ausgehende symbolgeladene Uniformierung vorangetrieben: Die herzoglichen Farben waren allenthalben sichtbar und machten damit die Präsenz des Herzogs deutlich. Dieser Aspekt manifestierte sich aber auch beim Gefolge der anderen Fürsten zur Sichtbarmachung ihres Ranges, wobei nicht zuletzt die schiere Anzahl als Indikator der Bedeutung eingesetzt wurde.

Insgesamt war die Fürstenhochzeit von 1475 ein reichspolitisches Großereignis, das nicht nur in die spätmittelalterliche Festkultur einzuordnen, sondern auch mit dem Analyseinstrumentarium für und Konzilien zu betrachten ist. Das Reich inszenierte sich in Landshut in seinem Verfassungsgefüge. Die Anwesenheit des Reichsoberhauptes scheint eine magnetische Anziehungskraft auf die Fürsten wie auf die Reichsstädte ausgeübt zu haben. Landshuter Klangwelten Die narrativen Texte bieten die Möglichkeit, in die Klangwelt, die soundscapes Landshuts, hineinzuhören.

Manches wurde von den Zeitgenossen als Lärm empfunden, manches nicht. Neben Seibolt erwähnt auch Aventin, der Salzburger Erzbischof habe seine Sänger und seinen Organisten mitgebracht. Die Geräuschkulisse während jener Landshuter Festtage muss allein schon wegen der großen Anzahl an Besuchern gewaltig gewesen sein: Gensbein schätzt 18.

Gewiss zählte Landshut in jenen Novembertagen mehr als doppelt so viele Menschen als sonst, was allein die logistische Herausforderung jener Tage unterstreicht. Spielleute waren auf den Straßen, Herolde Wann war die Hochzeit der Wikinger? die Namen der Gäste aus, welche sich durch aufgestellte Wappenschilder auswiesen. Symbolische Kommunikation und spätmittelalterliches Verständnis Die Landshuter Fürstenhochzeit kann wegen der dort vollzogenen Zeremonien und Rituale als eine Explosion der Zeichen und Inszenierungen begriffen werden, etwa hinsichtlich der getragenen in ihrer Symbolkraft oder der beim Kirchgang Wann war die Hochzeit der Wikinger?

den Sitzordnungen des Hochzeitsmahls offensichtlich werdenden Rangstrukturen und Verbindungen. Auch andere Autoren wie Gensbein oder Oringen lassen sich nicht vollends vom Strudel des Erlebten mitreißen und zeigen Brüche im fürstlichen Kosmos auf.

Sie erwähnen, wenn sich ein Fürst aus dem als einträchtig zu präsentierenden Reichsgefüge herausbewegte und Wann war die Hochzeit der Wikinger? die Spielräume der symbolischen Kommunikation sprengte. Bei aller Faszination über das Farben- und Geräuschspektakel darf nicht die religiöse, zutiefst mittelalterliche Dimension übersehen werden. Zeitgenossen nahmen das Geschehen als großes Sinneerlebnis wahr, und es ist eine moderne laikale Sichtweise, die im Spätmittelalter vielfältig ineinander verwobenen Sphären zu trennen bzw.

Der von fast allen Autoren erwähnte zweimalige Kirchgang war Kern der Feier und ordnete diese in einen Heilsrahmen ein. Gerade Hungerstein vermerkt jene religiöse Tiefendimension, wenn er auf Heiltumsweisungen eingeht oder schreibt, man sei der Braut mit dem Allerheiligsten entgegengezogen. Wahrnehmung des Fremden Das Sinneerlebnis betraf nicht zuletzt die Begegnung mit Neuem und Fremdem. Oringen zeigt den größten Mode-Kennerblick bezüglich fremder Kleidung und Frisuren.

Nahezu alle Chronisten gehen ausführlich auf Kleidung und Sitten der polnischen Gäste ein.

Hochzeit von Elizabeth Windsor und Philip Mountbatten

Oringen vergleicht die Prunkbewaffnung mit den Osmanen. Den Autoren fallen Unterschiede zu heimischen Gebräuchen auf. Man konnte die polnische Sprache hören; Wann war die Hochzeit der Wikinger? übersetzten die offiziellen Reden. Die polnischen Gäste ihrerseits verzehrten die kulinarischen Spezialitäten Landshuts, von denen mehrere Autoren ausführlich berichten.

Wie die damals 18-jährige Hedwig selbst die Heirat im Einzelnen wahrnahm und wie etwa ihr Weinen während der Trauung im Rahmen der spätmittelalterlichen Schauemotionalität zu verorten ist, kann kaum geklärt werden. Manch einer der Autoren findet auch seine Vorurteile bestätigt. Umso bedeutsamer ist als Komplementärquelle die Schilderung des polnischen Adligen Długosz.

Dieser zieht eine nüchtern-resignierte Bilanz: Das politische Kalkül der Polen - König reg. Nicht umsonst erwähnt Długosz die grassierende Seuche, wodurch der Brautzug von Wittenberg zu einem Umweg gezwungen wurde: Während die herzogliche Gesandtschaft für die Reise von Landshut nach Wittenberg zwölf Tage bei einem Tagespensum von rund 40 Kilometern benötigte, brauchte der Wann war die Hochzeit der Wikinger? 18 Tage. Auf beiden suchte sich der Adel als soziale wie politische Führungsschicht zu profilieren und zu legitimieren.

Verschieden waren der Grad der Einbeziehung der Stadtbevölkerung, die Integration der in die Hofgesellschaft — beim Landshuter Fest saßen die Geschlechter getrennt — und die Zusammensetzung der Festgemeinschaft. Zudem waren in Brügge weniger Fürsten anwesend als in Landshut, was mit dem Hof und den Untertanen als Zielgruppe der Prachtinszenierung erklärt wird.

Allerdings bleibt fraglich, inwiefern der aufgezeigte Dualismus trennscharf ist. Auch die Landshuter Hochzeit hatte eine nach innen zielende, integrative Perspektive. Bühne des Reichs und Bühne des Landes schließen sich nicht aus.

Vergleiche mit anderen Fürstenhochzeiten können den Blick für das Außergewöhnliche der Landshuter Hochzeit schärfen. Natürlich verzerrt sich das Bild, wird auf die habsburgischen Vermählungen der Jahre 1452, 1477 oder 1526 geschaut, da diese durchweg unter königlich-kaiserlichen Vorzeichen standen.

Beim Vergleichsbeispiel der Uracher Hochzeit zwischen Graf reg. Unvergleichlich größer war in Landshut Zahl und vor allem Bedeutung der anwesenden Gäste. Ähnliches gilt im Vergleich mit der 1474.

Das Ende der Wikingerzeit

Hier heiratete 1456-1501Tochter Herzog Ludwigs von Bayern-Landshut, den pfälzischen Kurprinzen reg. Übereinstimmungen zwischen Amberger und Landshuter Hochzeit liegen in der höfischen Prachtentfaltung und im gewaltigen, bei ersterer auch weitgehend aus der Umgebung Ambergs gedeckten Lebensmittelbedarf.

Doch ebenfalls bei diesem Vergleichsbeispiel liegt der wesentliche Unterschied in Zahl und Rang der anwesenden Reichsfürsten.

Wann war die Hochzeit der Wikinger?

Weniger die gewaltigen Mengen an Speisen, Spezereien und Getränken — denn diese wurden auch in Urach oder Amberg verzehrt —, sondern die politische Wann war die Hochzeit der Wikinger?

macht die Bedeutung der Landshuter Festtage aus. Eine Typologie der spätmittelalterlichen Hochzeit mag den Blick für Gemeinsamkeiten schärfen, doch sind die Feste in ihren jeweiligen Kontexten und vor der politischen Gesamtlage der Zeit zu profilieren.

Ein individueller Zugriff, der von möglichen Gemeinsamkeiten - wie den zentralisierenden Elementen, der höfischen Inszenierungspraktik oder der Bühnenhaftigkeit politischen Handelns im Spätmittelalter - weiß, dürfte für ein tiefergehendes Verständnis vorteilhafter sein.

Umlaufgemälde des Hochzeitszuges im Prunksaal des Landshuter Rathauses. Rezeption Seit 1903 füllt ein Historienspektakel die Straßen Landshuts, im Jahr 2017 mit rund 2400 direkt Mitwirkenden. Zunächst als jährliche Veranstaltung, ab 1950 alle drei, ab 1981 alle vier Jahre — Unterbrechungen gab es während der Weltkriege und bei einem Großbrand 1970 —, geht die Initiative auf die beiden Landshuter Bürger gest. Bereits in den frühen 1880er Jahre hatten der Münchner Hofmaler 1841—19231842—19101845—1910 und 1842—1897 den Landshuter Rathausprunksaal mit Gemälden ausgeziert, die im historisierenden Stil an die Fürstenhochzeit erinnerten.

Erstmals setzte sich der Hochzeitszug mit 248 Teilnehmern anlässlich einer Industrie- und Gewerbeausstellung 1903 in Bewegung. Für 2017 wurde das bei Hans von Hungerstein erwähnte Reichsschwert angefertigt.

Forschungslage Dringendes Desiderat ist eine moderne Edition des urkundlichen Materials sowie des Rechnungsschrifttums. Die Quellen eröffnen eine Vielzahl neuer Fragestellungen der Landesgeschichte wie allgemeinen Mediävistik: zum Problemfeld der herzoglichen Regierung, von der Rechts- bis hin zur Kultur- und Sozialgeschichte. Gerade eingehendere kommunikationshistorische Arbeiten, etwa zur vestimentären auf die Kleidung bezogenen Symbolik, erscheinen bei einem durch Zeicheninflation und -redundanz geprägten Ereignis als lohnenswert.

Nicht zuletzt können weitere vergleichende Arbeiten helfen, das Profil bzw. Ein geographischer Wegweiser, Regensburg 2013, 394—407. Annäherungen an das Jahr 1475 Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 20Landshut 2005. Ein Symposion über Bayern, Polen und Europa im Spätmittelalter Österreichische Osthefte 18Wien 1976. Festschrift für Wolfgang von Stromer.

Höfisch-ritterliche Kultur der Reichen Herzöge von Bayern-Landshut Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 29Landshut 2009. Festgabe für Herzog Franz von Bayern zum 80. Geburtstag Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 166München 2013, 269—292.

Aspekte gesellschaftlicher und kultureller Identität im deutschen Spätmittelalter Identitäten und Alteritäten 16Würzburg 2004, 267—290. Wann war die Hochzeit der Wikinger?, Gesellschaft, Kultur Historische Zeitschrift, Beiheft 40München 2006, 435—464. Dynastie und Heiratspolitik der Jagiellonen im 15.

Jahrhunderts, in: Jahrbuch für europäische Geschichte 8 20073—28. In memoriam Andrzej Tomaszewski 1934—2010 Das gemeinsame Kulturerbe 8Warschau 2012, 181—200. Jahrhundert, in: Franz Niehoff Hg. Landshuter Skulptur im Zeitalter der Reichen Herzöge 1393—1503. Band Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 10Landshut 2001, 26—50. Festgabe für Andreas Kraus zum 90.

Geburtstag Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Beiheft 41München 2012, 193—243. Die erzählenden Quellen zur Fürstenhochzeit des Jahres 1475, Ostfildern 2017. Die Landshuter Fürstenhochzeit Bayerische Geschichte in DokumentenBraunschweig o. Liber duodecimus 1462—1480, Warschau 2005.

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